Empowermentkultur und positive Selbstführung

Warum das Gewähren von Freiraum, Gestaltungsspielraum und Selbstorganisation nicht reicht um eine Empowermentkultur zu schaffen. Und warum positive Selbstführung einer der Schlüssel zum Erfolg ist.


Empowermentkulturen ermöglichen Selbstbestimmung und geben die Verantwortung für Sinn- und Kompetenzerleben an ihre MitarbeiterInnen zurück. Das kann schnell dazu führen, dass die Wirksamkeit auf Kosten der eigenen (mentalen) Gesundheit geht. Damit dir das nicht passiert, gibt es hier Tipps von einem Organisationspsychologen, der selber jeden Tag vor neuen Herausforderungen steht und bei dem keine Woche, wie die andere ist.

Hier sind fünf Dinge die Du heute schon tun kannst um dich selber zu empowern, dich in deine Wirksamkeit zu führen - ohne deine Gesundheit zu opfern.


Tipp #1 - Die wichtigste Gewohnheit für Positive Selbstführung


Es gibt eine Gewohnheit, die todsicher zu mehr Wohlbefinden führt. Weißt Du welche? Sport und Bewegung? Ähm ... Nein ... Klar, Bewegung großartig, um die eigene Stimmung und Selbstvertrauen zu steigern, es verbessert sogar unsere Gesundheit, aber es gibt Wichtigeres. Dann vielleicht Meditation? Schadet sicher auch nicht, fördert schließlich die Selbstwahrnehmung und -regulation und verbessert den Umgang mit Stress, aber Platz 1 geht an eine andere Gewohnheit. Dankbarkeit? Hab ich auch zuerst gedacht. Hat auch enorme Kraft, aber trotzdem falsch. Bessere Beziehungen? Mehr Geld? Reisen? Alles gute Dinge, aber aktuelle Forschungen zeigen, dass Du dir für mehr Glück, Wohlbefinden und Leistung einfach nur angewöhnen musst, nett zu dir zu sein. Leider ist es statistisch recht unwahrscheinlich, dass Du es tust.





Tipp #2 - Gib dir was Du brauchst


Die Mehrheit von uns tendiert dazu sich selbst zu überfordern, gönnen sich zu wenig Pausen und setzten sich unrealistische Ziele. In unserer Selbstoptimierungs- und Leistungsgesellschaft sind wir darauf programmiert, nach der effizientesten Lösung zu suchen. Leider kommt dadurch auch Selbstausbeutung auf der Tagesordnung. Wir stürzen uns auf neue Herausforderungen, nehmen ständig mehr Verantwortung an und vergessen dabei uns zu regenerieren. Deswegen gönn dir die 5 Minuten Pause. Hol dir dein Lieblingsgetränk, nimm den längeren und dafür schöneren Weg. Es ist eine einfache Rechnung: Je klarer wir unsere Bedürfnisse haben umso einfacher können wir für uns selber sorgen. Die Konsequenz ist, dass wir mehr positive Gefühle erleben. Und das gibt dir und allen, die dir begegnen, mehr Energie.


Tipp #3 - Gib dir ein High-Five im Spiegel


Survival of the fittest. Die Angepassten überleben. Nur blöd das sich der Mensch über tausende Jahre auf eine harte, unverzeihliche und von Mangel geprägte Welt angepasst hat. Unser Gehirn ist darauf programmiert Bedrohungen und Gefahren zu erkennen und sich daran zu erinnern - diesen einen Pilz nicht zu essen. Deswegen tendieren wir dazu eher die Arbeit vor uns zu sehen - die Bedrohungen der Neuzeit - statt die Erfolge und Leistungen, die wir bereits erbracht haben. Ein Weg, wie Du dich selber unterstützen kannst, ohne auch nur ein Wort zu sagen ist es dir im Spiegel ein High-Five zu geben. Probier es aus. Geht übrigens auch mit der Selfy-Cam.


Tipp #4 - Sag einfach mal "Halt den Mund!"


"Ernsthaft Lucas? Hat das jetzt sein müssen? Das hast Du ja mal wieder phänomenal verbockt!" - So klingt das manchmal, wenn ich mit mir selber rede. Mein innerer Kritiker hat das Ruder übernommen. Er liebt es auch mich mit "Was wäre, wenn ..." zu bombardieren. Wenn er so richtig in Fahrt kommt, sind plötzlich alle Menschen um mich herum zum Schmeißen und die Gesamtsituation scheint ausweglos. Über die letzten Jahre habe ich gelernt, dieser Stimme mit einem "Halt den Mund" zu begegnen - ehrlich gesagt sogar etwas unhöflicher, das überlass ich aber deiner Vorstellungskraft. Selbst wenn er dann noch weiter spricht, hast Du ihn zumindest auf frischer Tat ertappt. Das nimmt dieser Stimme automatisch etwas ihrer Glaubwürdigkeit und Kraft.


Tipp #5 - Hör auf dich selbst zu entmachten


Die Haltung, mit der wir uns Selbst begegnen, hat eine enorme Wirkung nach innen und nach außen. Dabei gibt es einen alles entscheidenden Faktor. Die Qualität der Fragen, die wir uns Tag ein Tag aus stellen. Wer sich selbst entmachten will, stellt sich Fragen wie:


  • Was ist nur Los mit mir? Was mach ich nur falsch?

  • Warum kann mir nie etwas Gutes passieren?

  • Was, wenn ich scheitere? Was werden die Anderen denken?


Fragen wie diese führen dazu, dass Du dich hoffnungslos, gefangen, schikaniert, verloren fühlst - ohne Kontrolle und in die Ecke getrieben. Befähigende, bekräftigende und empowernde Fragen führen dazu, dass Du dich fokussiert, resilient, optimistisch, lösungsorientiert und in Kontrolle erlebst. Hier sind drei Beispiele:


  • Was hat mir in der Vergangenheit zu Erfolg verholfen?

  • Was kann ich aus dieser Herausforderung lernen und wie kann ich davon profitieren?

  • Wie könnte ich das transformieren? Was sind die Möglichkeiten, die vor mir liegen?


Verändere die Fragen, die Du dir stellst und verändere damit dein Leben.

"Die ultimative Herausforderung besteht darin, uns so zu akzeptieren, wie wir sind, und gleichzeitig niemals aufzuhören zu lernen und zu wachsen.“ - Tony Schwartz

Es wird niemand kommen.


Gerade in selbstorganisierten Teams und Gruppen ist Eigenverantwortung ein hoher Wert. Eigenverantwortung heißt oft auch, dass niemand kommen wird, um dich in deiner Arbeitsgestaltung zu führen. Positive Selbstführung bedeutet, sich selbst so gut zu kennen, dass man die eigene Gesundheit, Motivation, Inspiration und Wirksamkeit aufrechterhalten kann.


Wie Du deine eigene Positive Selbstführung weiter ausbaust, erfährst Du in dieser Fallstudie.

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